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Universitätsprogramme, Märkte und Petanque: die vielfältige Partnerschaft von Aix-en-Provence und Tübingen

Die 60-jährige Partnerschaft zwischen Tübingen und Aix-en-Provence besteht den Test der Zeit mit großem Erfolg. Das 1960 unterzeichnete Abkommen strebt nach einer engen Kooperation in den Bereichen der Kultur und des Kulturerbes. Die zwei Universitätsstädte sind Schauplatz einer vielfältigen, manchmal überraschenden Partnerschaftsinitiative. Ob Schüler, Student, Kulturliebhaber oder Sportfan, es ist für jeden etwas dabei.

„Aix“ und Tübingen sind vor allem Universitätsstädte, diese Besonderheit steht im Mittelpunkt der Partnerschaft. Neben dem Austausch von Schulen stehen die beiden Städte am Ursprung eines einzigartigen und originellen Universitätskurses. Er trägt den Namen TübAix und ermöglicht den Studierenden in Frankreich (Universität Aix-Marseille) und in Deutschland (Eberhard-Karl-Universität Tübingen) Geschichte zu studieren, um einen Doppelabschluss zu erlangen.

Ziel dieser Partnerschaft ist es aber auch, die Identität und Folklore einer Stadt mit der jeweiligen Partnerstadt zu teilen. Die Tradition der Märkte, die in Aix-en-Provence sehr wichtig ist, ist ein gutes Beispiel dafür. Jedes Jahr machen französische Hersteller und Einzelhändler den sonnigen Geschmack des Südes auf den Tübinger „Umbrisch-Provenzalischen Genusstagen“ bekannt. Wenn Weihnachten kommt, erfreuen im Gegenzug die deutschen Einzelhändler die Besucher des „Internationalen Markt der Partnerstädte“ von Aix mit Brezeln und Glühwein. Nicht nur das Essen bringt die Städte zusammen, sondern auch die Kunst und Literatur. In den Städten Cezannes und Manets wäre es undenkbar auf Kunst und Malerei zu verzichten. Der Verein Leonard et ses amis, der Hobbymaler aus Aix versammelt, steht in enger Beziehung mit einem Hobbymalerverein aus Tübingen. Jedes Jahr werden Ausstellungen in den beiden Städten organisiert. Die Mitglieder kennen sich inzwischen sehr gut und haben Lust sich immer wieder zu treffen. Auch das gehört zur Partnerschaft der beiden Städte.

Selbst das Petanque hat die Grenze überquert. Die berühmte Sportart aus Marseille hat im Tübinger Verein „La Fanny Joyeuse e.V.“ begeisterte Spieler gefunden. Eine Frage bleibt: wann wird das Turnier zwischen den Partnerstädten stattfinden?

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Deutsch-Französische Kindertagesstätte, Deutsch-Französische Grundschule, Deutsch-Französisches Gymnasium: kann man überhaupt die deutsch-französische Kooperation verpassen, wenn man sich in Freiburg ausbilden lassen will?

Freiburg im Breisgau ist besonders verwöhnt, was binationale Bildungsprogramme angeht. Die Stadt zählt tatsächlich nicht weniger als drei binationale Schulen, zwei deutsch-französische Bachelorprogramme und drei Master, die dank Vereinbarungen zwischen des Frankreich-Zentrums der Albert-Ludwigs-Universität (Freiburg) und der französischen Universitäten entwickelt worden sind. Einblicke auf eine sehr ehrgeizige Kooperation.

„Als Kind wird man schnell Sprachen lernen“, wird immer wieder gesagt. Aber wer erinnert sich noch an den Sprachunterrichten seiner Schulzeit? Nicht viele. Doch die Schüler, die eine der drei deutsch-französische Schulen besuchen, haben mehr Chancen als Andere die beiden Sprachen fließend zu beherrschen. Tatsächlich verfolgen die Deutsch-Französische Kindertagesstätte in Freiburg (l’École maternelle franco-allemande de Freiburg), die Deutsch-Französische Grundschule in Freiburg (l‘École Elémentaire Franco-Allemande de Freiburg) und das Deutsch-Französische Gymnasium Freiburg im Breisgau (le Lycée Franco-Allemand Freiburg im Breisgau) ein gemeinsames Ziel: Junge Menschen auszubilden, die zweisprachig, bikulturell und in der Lage sind, ihr Studium in einem der beiden Systeme französisch oder deutsch fortzusetzen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist das Lehr- und Verwaltungspersonal selbst deutsch-französisch und die Kurse werden in beiden Sprachen abgehalten.

Doch diese Schulen teilen noch etwas anderes, sie gehören zu einem größeren, weltweiten Netz von französischen Schulen, die sogenannte Agence pour l’enseignement Français à l’Etranger (AEFE, Agentur für französische Bildung im Ausland). Diese Agentur umfasst mehr als 500 Schulen und Gymnasien weltweit, deren Bildungsprogramme vom französischen Bildungsministerium anerkannt wurden. Das Deutsch-Französische Gymnasium Freiburg im Breisgau hat aber eine Besonderheit: es gehört auch zum Netz der Deutsch-Französischen Gymnasien. Drei Gymnasien in Frankreich und Deutschland stellen dieses Netz dar: die Gymnasien von Buc (Frankreich, Académie de Versailles), Saarbrücken (Saarland) und Freiburg (Baden-Württemberg). Sie gelten als die erste Verwirklichung des Elysee Vertrags von 1963 und werden als Modell für die deutsch-französische Kooperation im Bereich der Bildung betrachtet. Das Schulprogramm, das hier unterrichtet wird, ist einzigartig und so ist es auch das Abitur, das die Schüler in der 12. Klasse machen. Beides sind Ergebnisse zwischenstaatlicher Verhandlungen, die 1972 stattgefunden haben.

Nach dem Gymnasium kommt die Uni und auch da wird die Möglichkeit gegeben, mit einem binationalen Diplom abzuschließen. Die Deutsch-Französische Hochschule (DFH) bietet zwei Bachelorprogramme und drei Master, die zum Teil in Frankreich, zum Teil in Freiburg (Frankreich Zentrum, Albert-Ludwigs-Universität oder Pädagogische Hochschule) stattfinden. Die DFH hat ein einzigartiges Modell: Die Einrichtung wurde im Jahr 1992 gegründet, um binationale Programme zu fördern. Mehr als 200 Hochschulen und Universitäten gehören zu diesem Netz und 6400 Studenten nehmen jedes Jahr an einem der DFH-Programme teil.

Das Angebot ist groß. Es gibt für jedes Alter, für jeden Geschmack eine passende, deutsch-französische Ausbildung. Und Freiburg ist auf diesem Gebiet besonders wegweisend. Also nein, es ist tatsächlich unmöglich, die deutsch-französische Kooperation zu verpassen, wenn man in Freiburg studieren will!

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