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Kann man die deutsch-französische Kooperation verpassen, wenn man sich in Freiburg ausbilden lassen will?

Deutsch-Französische Kindertagesstätte, Deutsch-Französische Grundschule, Deutsch-Französisches Gymnasium: kann man überhaupt die deutsch-französische Kooperation verpassen, wenn man sich in Freiburg ausbilden lassen will?

Freiburg im Breisgau ist besonders verwöhnt, was binationale Bildungsprogramme angeht. Die Stadt zählt tatsächlich nicht weniger als drei binationale Schulen, zwei deutsch-französische Bachelorprogramme und drei Master, die dank Vereinbarungen zwischen des Frankreich-Zentrums der Albert-Ludwigs-Universität (Freiburg) und der französischen Universitäten entwickelt worden sind. Einblicke auf eine sehr ehrgeizige Kooperation.

„Als Kind wird man schnell Sprachen lernen“, wird immer wieder gesagt. Aber wer erinnert sich noch an den Sprachunterrichten seiner Schulzeit? Nicht viele. Doch die Schüler, die eine der drei deutsch-französische Schulen besuchen, haben mehr Chancen als Andere die beiden Sprachen fließend zu beherrschen. Tatsächlich verfolgen die Deutsch-Französische Kindertagesstätte in Freiburg (l’École maternelle franco-allemande de Freiburg), die Deutsch-Französische Grundschule in Freiburg (l‘École Elémentaire Franco-Allemande de Freiburg) und das Deutsch-Französische Gymnasium Freiburg im Breisgau (le Lycée Franco-Allemand Freiburg im Breisgau) ein gemeinsames Ziel: Junge Menschen auszubilden, die zweisprachig, bikulturell und in der Lage sind, ihr Studium in einem der beiden Systeme französisch oder deutsch fortzusetzen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist das Lehr- und Verwaltungspersonal selbst deutsch-französisch und die Kurse werden in beiden Sprachen abgehalten.

Doch diese Schulen teilen noch etwas anderes, sie gehören zu einem größeren, weltweiten Netz von französischen Schulen, die sogenannte Agence pour l’enseignement Français à l’Etranger (AEFE, Agentur für französische Bildung im Ausland). Diese Agentur umfasst mehr als 500 Schulen und Gymnasien weltweit, deren Bildungsprogramme vom französischen Bildungsministerium anerkannt wurden. Das Deutsch-Französische Gymnasium Freiburg im Breisgau hat aber eine Besonderheit: es gehört auch zum Netz der Deutsch-Französischen Gymnasien. Drei Gymnasien in Frankreich und Deutschland stellen dieses Netz dar: die Gymnasien von Buc (Frankreich, Académie de Versailles), Saarbrücken (Saarland) und Freiburg (Baden-Württemberg). Sie gelten als die erste Verwirklichung des Elysee Vertrags von 1963 und werden als Modell für die deutsch-französische Kooperation im Bereich der Bildung betrachtet. Das Schulprogramm, das hier unterrichtet wird, ist einzigartig und so ist es auch das Abitur, das die Schüler in der 12. Klasse machen. Beides sind Ergebnisse zwischenstaatlicher Verhandlungen, die 1972 stattgefunden haben.

Nach dem Gymnasium kommt die Uni und auch da wird die Möglichkeit gegeben, mit einem binationalen Diplom abzuschließen. Die Deutsch-Französische Hochschule (DFH) bietet zwei Bachelorprogramme und drei Master, die zum Teil in Frankreich, zum Teil in Freiburg (Frankreich Zentrum, Albert-Ludwigs-Universität oder Pädagogische Hochschule) stattfinden. Die DFH hat ein einzigartiges Modell: Die Einrichtung wurde im Jahr 1992 gegründet, um binationale Programme zu fördern. Mehr als 200 Hochschulen und Universitäten gehören zu diesem Netz und 6400 Studenten nehmen jedes Jahr an einem der DFH-Programme teil.

Das Angebot ist groß. Es gibt für jedes Alter, für jeden Geschmack eine passende, deutsch-französische Ausbildung. Und Freiburg ist auf diesem Gebiet besonders wegweisend. Also nein, es ist tatsächlich unmöglich, die deutsch-französische Kooperation zu verpassen, wenn man in Freiburg studieren will!

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Universitätsprogramme, Märkte und Petanque: die vielfältige Partnerschaft von Aix-en-Provence und Tübingen

Universitätsprogramme, Märkte und Petanque: die vielfältige Partnerschaft von Aix-en-Provence und Tübingen

Die 60-jährige Partnerschaft zwischen Tübingen und Aix-en-Provence besteht den Test der Zeit mit großem Erfolg. Das 1960 unterzeichnete Abkommen strebt nach einer engen Kooperation in den Bereichen der Kultur und des Kulturerbes. Die zwei Universitätsstädte sind Schauplatz einer vielfältigen, manchmal überraschenden Partnerschaftsinitiative. Ob Schüler, Student, Kulturliebhaber oder Sportfan, es ist für jeden etwas dabei.

„Aix“ und Tübingen sind vor allem Universitätsstädte, diese Besonderheit steht im Mittelpunkt der Partnerschaft. Neben dem Austausch von Schulen stehen die beiden Städte am Ursprung eines einzigartigen und originellen Universitätskurses. Er trägt den Namen TübAix und ermöglicht den Studierenden in Frankreich (Universität Aix-Marseille) und in Deutschland (Eberhard-Karl-Universität Tübingen) Geschichte zu studieren, um einen Doppelabschluss zu erlangen.

Ziel dieser Partnerschaft ist es aber auch, die Identität und Folklore einer Stadt mit der jeweiligen Partnerstadt zu teilen. Die Tradition der Märkte, die in Aix-en-Provence sehr wichtig ist, ist ein gutes Beispiel dafür. Jedes Jahr machen französische Hersteller und Einzelhändler den sonnigen Geschmack des Südes auf den Tübinger „Umbrisch-Provenzalischen Genusstagen“ bekannt. Wenn Weihnachten kommt, erfreuen im Gegenzug die deutschen Einzelhändler die Besucher des „Internationalen Markt der Partnerstädte“ von Aix mit Brezeln und Glühwein. Nicht nur das Essen bringt die Städte zusammen, sondern auch die Kunst und Literatur. In den Städten Cezannes und Manets wäre es undenkbar auf Kunst und Malerei zu verzichten. Der Verein Leonard et ses amis, der Hobbymaler aus Aix versammelt, steht in enger Beziehung mit einem Hobbymalerverein aus Tübingen. Jedes Jahr werden Ausstellungen in den beiden Städten organisiert. Die Mitglieder kennen sich inzwischen sehr gut und haben Lust sich immer wieder zu treffen. Auch das gehört zur Partnerschaft der beiden Städte.

Selbst das Petanque hat die Grenze überquert. Die berühmte Sportart aus Marseille hat im Tübinger Verein „La Fanny Joyeuse e.V.“ begeisterte Spieler gefunden. Eine Frage bleibt: wann wird das Turnier zwischen den Partnerstädten stattfinden?

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Enterprise Europe Network: lokale Unternehmen suchen Internationale Möglichkeiten

Enterprise Europe Network: lokale Unternehmen suchen Internationale Möglichkeiten

Das Enterprise Europe Network ist eine Informations- und Beratungsstelle, die 2008 von der europäischen Kommission geschafft wurde. In diesem Rahmen begleiten 3 000 Experten aus 60 verschiedenen Ländern KMU, die den Wunsch haben, Geschäfts- und Projektpartnerschaften international zu entwickeln. 

Das Netzwerk stützt sich auf lokale Filiale, die sich meistens in die regionale Industrie- und Handelskammer befinden. Für die französische Grenzregion Grand Est gibt es zum Beispiel zwei Kontaktstellen, zwar die regionale „Chambre de Commerce et d’Industrie“ (CCI) und Grand E-Nov+, die wiederum eine Filiale der CCI ist. Die geographische Lage dieser Region, an der Grenze mit drei Länder, gibt eine besondere internationale Offenheit. Für Ursula Martin, Juristin und Beraterin an der ist „der natürliche Markt für diese Unternehmen grenzüberschreitend“. „Für ein elsässisches Unternehmen ist Deutschland zum Beispiel näher und leichter zu erreichen als einige Regionen im Süden Frankreichs“, sagt sie weiter.

Die Herausforderung der EEN-Unterstützung besteht darin, diese Unternehmen noch weiter zu bringen, sowohl geografisch als auch in ihrer Innovationsfähigkeit. Die Begleitung fängt mit einer Beurteilung an, die als Basis der Begleitung genutzt wird. Zusammen mit den Unternehmen bearbeiten die Berater eine Strategie, indem Schulungen, insbesondere im Bereich der Gesetzgebung angeboten werden, aber auch Hilfe bei der Beantragung von Finanzierungen oder bei der Herstellung von (internationalen) Antragen. Wenn sie bereit sind, werden die Unternehmen in Verbindung mit potenziellen Geschäftspartnern gesetzt.

Weitere Informationen: https://een.ec.europa.eu/

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Die „EuroRegion Elsass“, eine administrative Renaissance des Elsass

Die „EuroRegion Elsass“, eine administrative Renaissance des Elsass

Es ist eine kleine Revolution, die in Elsass am 1. Januar 2021 stattfinden wird. Zwar werden die zwei Départements von Haut-Rhin und Bas-Rhin in einer gemeinsamen „Collectivité européenne d’Alsace“ (CeA) vereinigt. Diese Gemeinschaft übernimmt die Kompetenzen der zwei Départements und gewinnt neue Vorrechte.

Lang gefragt, längst erwartet, wurde diese Vereinigung ab 2018 zwischen der Staatsregierung und lokalen Abgeordneten verhandelt. Mit dieser Entscheidung möchte sich tatsächlich Elsass als Pionier in der Dezentralisierungsprozess darstellen. Doch das Experiment könnte Nachfolger haben, das ist zumindest, worauf die französische Regierung hinzielen will. „Die Gemeinschaft ist dem institutionellen Schema von morgen voraus“, sagte Edouard Philippe Ende Oktober 2018 nach der Unterschreibung der gemeinsamen Erklärung über die CEA.

Die Gemeinschaft wird in erster Linie mit spezifischen Kompetenzen im Bildungsbereich ausgestattet sein. Freilich wird sie bestimmen, wie sie die regionale Kultur, sowie die Zweisprachigkeit den Schülern und Studenten beibringen will. Die Zuständigkeit über die Landstraßen und Autobahn, die die vorherigen Départements noch nicht übergetragen war (mehr als 300 Km), wird der Gemeinschaft delegiert. Diese Entscheidung sollte es den lokalen Abgeordneten ermöglichen, eine Gebühr für schwere Nutzfahrzeuge zu erheben, die seit 2005 und der Einführung einer Gebühr in Deutschland das Straßennetz der Region überlasten. Auch im Bereich des Tourismus gewinnt die CEA neue Zuständigkeiten. Die Gemeinschaft wird tatsächlich in der Lage sein, ihre touristischen Aktivitäten in ganz Frankreich und im Ausland zu fördern. Ein besonders wichtiger Punkt für diesen Grenzbezirk. Die besondere geographische Lage der CEA hat auch dazu geführt, dass die zentrale Regierung wessen Zuständigkeit im Bereich der grenzüberschreitenden Kooperation delegieren mochte. Durch einen elsässischen Départementsrat kann die Gemeinschaft nun die wichtigsten Ziele und Fragen der Zusammenarbeit mit Deutschland und der Schweiz festlegen.

Als Pionier, mit einer einflussreichen regionalen Tradition und einer starken grenzüberschreitenden Verankerung, wird Elsass vielleicht ein Beispiel für andere Departements sein. Wer wird es wagen, in seine Fußstapfen zu treten?

Weitere Informationen: https://www.alsace.eu/

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Arte.tv: das neue, europäische und kostenlose Plattform

Arte.tv: das neue, europäische und kostenlose Plattform

Endlich eine gute Nachricht in diese komplizierten Zeiten: die Streaming-Plattform des deutsch-französischen Fernsehsenders Arte.tv bietet dem Publikum kostenlos europäische TV-Serien an. Sie werden in der Originalsprache (mit Untertiteln) zur Verfügung gestellt. Es ist die ideale Möglichkeit, die großen Klassiker der verschiedenen Genres zu entdecken oder andere Stile kennenzulernen.

Das Ziel dieses Angebot ist einfach: es soll die Zielgruppe von Arte, die im Durchschnitt älter als 60 Jahre alt ist, deutlich verjüngen. Die Jugendlichen schauen tatsächlich immer weniger Fernsehen. Stattdessen begeistern sie sich vor allem für Netflix-Serien oder HBO-Produktionen. Serien sind das audiovisuelle Genre des Jahrzehntsundes das hat Arte auch verstanden. Doch wird der deutsch-französische Fernsehsender in der Lage sein, sich mit den größten Plattformen zu messen?

„Das ist nicht die Frage“, sagt die Redaktion der Fernsehsendung. Das Modell, das Arte mit diesem Angebot fördert, ist einzigartig.  Ziel ist es nicht, Serien wie es auf anderen Plattformen zu konsumieren. Das Publikum soll sich eher die Zeit nehmen und „genießen“. Die Inhalte, die angeboten werden, sind nicht neu, aber auch heute noch von relevanter Bedeutung.

Weitere Informationen:  https://www.arte.tv/de/

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